ein grüner Rais

zwischen grauen Steinen im Asphalt
wächst ein kleiner grüner Spross
ganz zart, man übersieht in bald
im Staub, von Füßen festgetreten
allein gewachsen, ungebeten,
läßt er dich doch nicht los

wofür brauchst Du denn solches Grün
der Zweig stirb eh bald hin
wirst ohnehin dann weiterziehn
du willst ihn gar nicht wachsen lassen
die Zweige kannst Du eh nicht fassen
es wächst grad in Dir drin

und stetig wächst der Zweig
du kannst den Blick nicht wenden
er will daß du ihm bleibst
und du von Wachsen fasziniert
du hast es in dir selbst gespürt
und kannst es nicht beenden

gestrauchelt auf der Nase liegend
findet dein Blick den Raiser
und sieht wie er im Winde wiegend
dir seinen Arm entgegenhält
dich stützt in diesen grauen Welt
so wird dein Wehren leiser

erst jetzt gibst du dem Wachsen Raum
und willst es in dir spüren
hast Angst es ward ein kurzer Traum
doch einmal darauf hingewandt
kommst du in dieses neue Land
geöffnet sind die Türen

© Gregor Doege 2004