Der eine Mensch auf Worte baut
Der andre dem Gefühl vertraut
So gibt es schnell dann Differenzen
Jedoch, man kann sich auch ergänzen
Der eine Mensch auf Worte hört
Den andren dieses Warten stört
Und dieses Wortedefizit
Darunter stets der eine litt
Der andre Mensch, der ohne Worte
Gehört wohl eher zu der Sorte
Die mehr vertraut auf Sinn und Zeit
Der eine nicht, das ist sein Leid
Der andre Mensch, auf den gewartet
Steht unter Druck, der so geartet,
Das dringend er was sagen soll
Doch was, wenn doch das Herz so voll
Der Druck der wächst und ihm ist Bange
Da er sehr an dem einen hange
Doch platzt der Druck und er wird frei
Der eine, ist er einerlei?
Ich weiß, mit meinem Hang nach Worten
Versuchte ich den Stand zu orten
Und machte Dir das Leben schwer
Doch jetzt sind Kopf und Herze leer
Ich werde Dich auch weiter fragen
Doch habe ich gelernt, zu tragen
wenn Du nicht reden, sprechen willst
Und Deine Seel mit Ruhe stillst
Ach könnte ich doch zeigen Dir
Geduld, die Du so zeigtest mir
Doch ists vorbei, es gibt nur Trauer
Und Dich umgibt nur hohe Mauer
© Gregor Doege 2004